Evaluationsstudie

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Evaluationsstudie2018-11-27T15:22:18+02:00

Evaluationsstudie

Ihr Ansprechpartner für diese Studie ist Mag. Andreas Harbich. Für genauere Informationen, die Materialien zur Studie und Fragen gerne für Sie erreichbar unter

andreas.harbich@existenzanalyse.org

oder 0660 4949 324

Studiendesign zur Evaluation von Existenzanalytischer Psychotherapie bei niedergelassenen PsychotherapeutInnen in freier Praxis

1.     Kurzbeschreibung der Studie

Das Ziel dieser Studie ist es, die Wirksamkeit der existenzanalytischen Therapie durch PsychotherapeutInnen in freier Praxis zu untersuchen.
Die Besonderheit dieser Studie ist das Setting im ambulanten Bereich der psychotherapeutischen Versorgung, da hier Wirksamkeitsstudien sehr selten sind.
Weiters dient die Studie der Qualitätssicherung, wie es unter anderem das österreichische Bundesministerium für Gesundheit fordert.

Für die Durchführung werden Daten von KlientInnen von niedergelassenen PsychotherapeutInnen zu Therapiebeginn, zu Therapieabschluss und 6 Monate nach Therapieabschluss erhoben. Die Datenerhebung findet durch Selbstauskunft mittels Fragebogenerhebung statt. Die Wahl der eingesetzten Verfahren fand aufgrund von internationaler und psychotherapieübergreifender Vergleichbarkeit statt, als auch um spezifisch existenzanalytische Bereiche abbilden zu können.
Um eine gewisse Homogenität der Stichprobe zu gewährleisten wurde die Studie auf KlientInnen mit den Störungsbildern „Depressive Episode“, „rezidivierende depressive Episode“, „Panikstörung“ und „Burnout“ beschränkt.

Beim Studiendesign wurde auf die Durchführbarkeit im Praxisalltag der Psychotherapeuten geachtet. Dadurch ergeben sich methodische Einschränkungen, jedoch können nur so wichtige Daten zur Wirksamkeit der Psychotherapie in der Praxis unter Alltagsbedingungen gewonnen werden.

Initiiert und geleitet wird die Studie von der Gesellschaft für Logotherapie und Existenzanalyse International (GLE-I), Eduard Suess Gasse 10, 1150 Wien.

2.     Durchführung

2.1         Vorgabe, Einverständniserklärung

Die Vorgabe der Fragebögen erfolgt durch die PsychotherapeutInnen. Diese stellen ihren KlientInnen mit den angegebenen Störungsbildern die Möglichkeit dar, freiwillig bei der Studie mitzuwirken. Bei Interesse erfolgt ein Gespräch über PatientInneninformation und Einwilligungserklärung. Die KlientInnen erhalten sodann den Fragebogen, um diesen bis zur nächsten Therapieeinheit bearbeiten zu können. KlientInnen können den ausgefüllten Fragebogen entweder bei den TherapeutInnen abgeben oder direkt an die Forschungsabteilung der GLE-International senden.

2.2         Anonymisierung

Da die Vorgabe der Fragebögen zu verschiedenen Zeitpunkten (Therapiebeginn, Therapieabschluss, 6 Monate nach Therapieabschluss) erfolgt und die Fragebögen eines/einer Klienten/Klientin in Zusammenhang gebracht werden können müssen, wird ein Code verwendet. Die Codeerstellung ist im Anhang angeführt.
Zu Therapieabschluss wird dem/der KlientIn freigestellt, Name und Adresse oder Email anzugeben, damit für den Zeitpunkt 6 Monate nach Therapieabschluss der Fragebogen direkt von der Forschungsabteilung zugesendet werden kann. Die Daten werden ausschließlich für den Versand des Fragebogens verwendet. Sonst wird der Fragebogen von den TherapeutInnen an die KlientInnen gesendet.

3.     Grafische Darstellung

4.     Erhebungsinstrumente

4.1         KlientInnen

4.1.1 Beck-Depressionsfragebogen – II (BDI-II, Hautzinger et al., 2009)

Das BDI II ist ein Instrument zur Beurteilung der Schwere der Depression bei psychiatrisch diagnostizierten Erwachsenen. Zu 21 Symptomen der Depression werden jeweils 4 Aussagen vorgegeben, von denen diejenige auszuwählen ist, die am besten beschreibt, wie sich der Betreffende in den vergangenen beiden Wochen gefühlt hat. Bei zwei Items (Veränderungen der Schlafgewohnheiten und Veränderungen des Appetits) gibt es Vorgaben, die sich sowohl auf die Verminderung als auch auf die Vermehrung von Schlaf und Appetit beziehen, hier ist ebenfalls nur eine Aussage auszuwählen. Die Bearbeitungszeit wird auf ca. 5 – 10 Minuten geschätzt.

4.1.2 Maslach Burn-Out Inventar (MBI, Maslach et al., 1996)

Maslach entwickelte das Burn-Out Inventar. Burn-Out wird hier als Syndrom aus Emotionaler Erschöpfung, Depersonalisation und reduzierter Leistungsfähigkeit definiert. Der Fragebogen enthält besteht aus 22 Items zu den Bereichen Emotionale Erschöpfung, Depersonalisation und persönliche Leistungsfähigkeit.

4.1.3 Panik- und Agoraphobie-Skala (PAS, Bandelow, 1997)

Diese Selbstbeurteilungsskala besteht aus 13 Items, die zu 5 Subscores zusammengefasst werden sowie einem Zusatzitem (unerwartete vs. erwartete Panikattacken). Die 5 Subscores umfassen die Bereiche Panikattacken, agoraphobe Vermeidung, antizipatorische Angst, Einschränkungen im täglichen Leben sowie Gesundheitssorgen. Diese Subscores können getrennt ausgewertet werden. Der Gesamtwert der Skala umfasst alle durch die Angststörung beeinträchtigten Bereiche. Der Fragebogen eignet sich zur Bestimmung des Schweregrades der Störung im Rahmen der Therapieeffizienzkontrolle bei psychotherapeutischer Behandlung. Die Durchführungsdauer wird mit 14 Minuten angegeben.

4.1.4 Existenzskala (ESK, Längle et al, 2000)

Die Existenz-Skala setzt sich aus 46 Items zusammen, die vier Subskalen zugeordnet sind. Die Skalen Selbstdistanzierung und Selbsttranszendenz werden dabei zum übergeordneten Faktor Personalität, die Skalen Freiheit und Verantwortung zum Faktor Existentialität zusammengefasst. Beide Faktoren ergeben ein Globalmaß, welches als Grad der inneren Erfülltheit interpretiert wird. Die Beantwortung erfolgt auf einer sechsstufigen Ratingskala von „stimmt“ bis „stimmt nicht“. Die Beantwortungsdauer wird auf ca. 10 Minuten geschätzt.

4.1.5 Symptom-Checkliste 90-Standard (SCL-90-S: Franke, 2014)

Die SCL-90-S misst die subjektiv empfundene Beeinträchtigung durch körperliche und psychische Symptome einer Person innerhalb eines Zeitraumes von sieben Tagen. Die 90 Items der neun Skalen beschreiben die Bereiche Somatisierung, Zwanghaftigkeit, Unsicherheit im Sozialkontakt, Depressivität, Ängstlichkeit, Aggressivität/Feindseligkeit, Phobische Angst, Paranoides Denken und Psychotizismus. Drei globale Kennwerte geben Auskunft über das Antwortverhalten bei allen Items: Der GSI misst die grundsätzliche psychische Belastung, der PSDI misst die Intensität der Antworten und der PST gibt Auskunft über die Anzahl der Symptome, bei denen eine Belastung vorliegt. Die Skala bietet eine mehrdimensionale Auswertung mit der Möglichkeit der Messwiederholung. Die Beantwortungsdauer wird auf ca. 10-15 Minuten geschätzt.

4.1.6 Inventar zur Erfassung interpersonaler Probleme (IIP-D, Horowitz, Strauß & Kordy, 2000)

Das IIP-D ist ein Fragebogen zur Selbsteinschätzung interpersonaler Probleme, d.h. zu Problemen im Umgang mit anderen Menschen. Erfragt werden interpersonale Verhaltensweisen, (a) die dem Probanden schwerfallen und (b) die ein Proband im Übermaß zeigt. Der Fragebogen erlaubt eine differenzierte Diagnostik interpersonaler Probleme primär im klinischen Kontext. Die Auswertung kann über acht faktorenanalytisch gebildete Skalen erfolgen, die den Oktanten des interpersonalen Kreismodells entsprechen. Daneben wird ein Gesamtwert gebildet, der das Ausmaß an interpersonaler Problematik charakterisiert. Die Kurzform besteht aus 64 Items und dauert ca. 10 Minuten.

4.1.7 Fragebogen zu Behandlungsbeginn (soziodemographische Daten)

Alter, Geschlecht, Ausbildung, Familienstand, Schulabschluss, Berufstätigkeit, Dauer der Erkrankung, Medikamente, frühere Therapien, Zuweisung/Empfehlung

4.1.8 Fragenbogen zum Behandlungsende

Änderungen von Familienstand, Wohnsituation und Berufstätigkeit, Lebensereignissen außerhalb der Therapie, Medikation, Einschätzung des Therapieerfolgs, Erreichung der Therapieziele, Einschätzung des Therapieerfolges, Zufriedenheit mit der Therapie, negative Veränderungen durch die Therapie

4.1.9 Fragebogen 6 Monate nach Therapieabschluss (Katamnese)

Psychotherapie in der Zwischenzeit, Änderungen von Familienstand, Wohnsituation und Berufstätigkeit, Lebensereignissen außerhalb der Therapie, Medikation, Einschätzung des Therapieerfolgs, Erreichung der Therapieziele, Einschätzung des Therapieerfolges, Zufriedenheit mit der Therapie, negative Veränderungen durch die Therapie, Therapie hilfreich für Probleme im Alltag, Nachhaltigkeit der Therapie

4.2         TherapeutInnen

4.2.2 Fragebogen zu Behandlungsbeginn – Informationen zu KlientInnen

Diagnose, Einschätzung des allgemeinen Funktionsniveaus, Zuweisung, Angaben zur Vorbehandlung, Besonderheiten bei der Therapie

4.2.2 Fragebogen zum Behandlungsende – Informationen zu Therapie

Diagnose, Angaben zu relevanten Aspekten der Therapie, Angaben zur zeitlichen Struktur, Einschätzung des allgemeinen Funktionsniveaus, Einschätzung des Therapieerfolgs, Erreichung der Therapieziele, Zufriedenheit mit der Therapie

4.2.3 Angaben zur Person des Therapeuten

Alter, Geschlecht, Schulabschluss, Quellberuf, Zusatzausbildungen, berufliche Erfahrung